Samstag, 8. April 2006

Gene, Gentechnik und Bildung

Zur Bildung gehört auch das Wissen über Gene. Sollte man meinen. Doch weit gefehlt.
Wie die Wiener Zeitung am 8. April 2006 (Printausgabe) berichtet, gaben in einer europaweit geführten Umfrage 35 % der Befrageten an, dass gewöhnliche Tomaten keine Gene enthalten.
1996 waren es knapp 34% (Falter)

Nicht gerade ein Vorzeigeergebnis. Doch es kommt noch besser:

Eine von mir durchgeführte Befragung (17 Personen zwischen 14 und 30 Jahren) ergab folgende Statements:

"Was ist Life Science?", "Was ist Biotehcnologie? "
  • Krankheiten, Gentechnik, Zellforschung
  • Psychologische Studien am Menschen
  • Gentechnik, Genetische Manipulation, menschl. Missbildungen
    Physiologie
  • betrifft das alle Lebewesen oder nur den Menschen?
  • Life Science Studien über Lebensräume von Mensch und Tier oder überhaupt Erforschung wie das Leben entstanden ist
  • Bio Technologie Heizen und Energieerzeugung mit biologischen Materialien, Benzin aus Raps, ...
  • Bei Biotechnologie kann ich mir gar nichts vorstellen - vielleicht irgendwelche Chemieunternehmen die mit biologischen Stoffen irgendetwas herstellen, was man sonst aus anderen Stoffen (Metallen, Öl, ...) macht
  • Life Science - Forschung für lebenserhaltende Maßnahmen?
  • Bei Biotechnologie fällt mir ein winzig kleine elektronische Mikroskope die man in den Körper spritzt, der Glasaugen die Sehen können
  • Life Science Forschungen über Gene, Stammzellen, aber auch über DNA
  • life sience höre ich zum ersten mal, aber biotechnologie habe ich schon oft gehört, ich hab mir da immer gedacht das sind Rübenschnitzelanlagen, Solarheizungen, Sprit aus Mist .... Windräder
  • Life Science ist jedes Forschungsinteresse, das sich im weitesten Sinn mit etwas Lebendigem befasst. Die Grenzen zur Chemie, Mathematik und Physik sind dabei natürlich fliessend.
  • Biotechnologie ist das gezielte, künstliche Verändern und Vervielfältigen von Lebendigem auf molekularem Niveau.
  • "Lebendiges" kann dabei ein Lebewesen sein, aber auch ein Molekül oder ein Zellbestandteil.
  • Zur Biotechnologie zählen für mich beispielsweise auch Anwendungen aus der Medizin oder Lebensmittelherstellung: Wenn man Mikroorganismen nutzt, um Bier oder Käse zu produzieren, verändert man nichts Lebendiges (Hopfen oder Milch sind zu Beginn der Produktion sicher nicht mehr lebendig), aber man lässt durch Lebendiges verändern.
In Zeiten der Elite-Uni Diskussion sollte man wohl besser an den "Basics" arbeiten und die Allgemeinbildung der Bevölkerung und der Schüler verbessern und nicht Eliten züchten.

Links:
Eufic

Freitag, 7. April 2006

Wien ist schon anders, wie anders ist dann Österreich?

"Wien ist anders" - das wissen schon seit Jahren alle Wien-Besucher die von der Autobahn kommend nach Wien fahren. Und irgendwie stimmts. Aber gibts noch eine Steigerung? Das ist eindeutig mit "Ja" zu beantworten.

Wo anders als in Wien kommt man auf die Idee einen Kometen zu zermahlen und den Staub auf eine Briefmarke zu kleben?
Zu haben ist die Briefmarke bei
der Post.

Und der Titel macht wieder aufmerksam:
"Österreich - Post aus einer anderen Welt"

was wollen "die da" uns wohl damit sagen?....

und das wie man es ja aus einer "anderen Welt" wie Österreich gewöhnt ist mit "interstellarer Verspätung" (siehe dazu die Wiener Zeitung online)

Mittwoch, 5. April 2006

Einfluss der PR auf den Journalismus

Die Grenze, wie weit der Einfluss von Presse-/Medienarbeit gehen darf, ist nicht mit einer klaren Grenzlinie beschreibbar. Googelt man die Begriffe, zeigt sich eine lebendige Diskussion rund um die gestellte Aufgabe.
  • "Reibungsflächen zwischen Journalisten und PR entstehen dort wir auf einer oder beider Seiten unprofessionell gearbeitet wird" (Faber-Wiener, PRVA, Medientage 2004, www.pressetext.at).
  • „Wenn Journalisten den enormen Einfluss der Öffentlichkeitsarbeit auf die Berichterstattung nicht wahrnehmen, die PR-Fachleute aber im Gegensatz dazu sehr wohl über ihre eigene Macht und ihr Einflusspotential Bescheid wissen (so einschlägige Studien), dann ist das eine falsche Selbsteinschätzung der Journalisten, jedenfalls aber führt es zu einer falschen Fremdeinschätzung der PR-Leute“. (Rahofer 2002, "Macht und Ohnmacht der Medien")
Die Grauzone, in der sich Medienarbeit und Journalismus verschränken, lässt sich nur beleuchten, indem man die jeweiligen Aufgaben genauer definiert. Der Satz „Nichts ist so praktisch wie eine gute Theorie“ (Kurt Lewin), erleichtert (für mich als Biologin) eine Annäherung an Grenzen in der Praxis. Die Wissenschaftstheorie der PR ist recht jung, es gibt allerdings schon einer Reihe an Ansätzen wie z.B. Determinationsthese, Intereffikation und die Definition der Unterschiede von PR und Journalismus.
  • PR-Fachleute sind ihrem Auftraggeber verpflichtet. Sie übernehmen eine Interessensvertretung ihres Auftraggebers und positionieren die Organisation durch geeignete Maßnahmen (Kernkompetenz Medienarbeit) in der Öffentlichkeit. Sie sind sowohl aktiv, von der Organisation ausgehend als auch reaktiv, vom Informationsbedürfnis Anderer geprägt. Hier gilt der Grundsatz der funktionalen Transparenz, denn Medienarbeit richtet sich auf den Nutzen für die Organisation aus.
  • Journalisten sind Fremdbeobachter, Journalismus hat eine öffentliche Aufgabe. Recherche, Nachrichtenauswahl und Informationsverbreitung haben gesellschaftliche Interessen. Journalisten sind der Öffentlichkeit verpflichtet. Sie bekommen jedoch zu 62% ihre Informationen von Pressemittelungen und bewerten sie als anregend, notwendig und arbeitserleichternd (Baerns 1991).
Die Medienarbeit stellt die Verbindung von PR zum Journalismus dar, arbeitet man hier mit ähnlichen handwerklichen Techniken. Die Überschneidungen und Unterschiede zu erkennen geht einher mit dem Erkennen der gegenseitigen Macht (siehe Zitat Rahofer oben).
Das "Idealbild" einer gegenseitigen Einflussnahme wäre eine WinWin-Situation auf beiden Seiten. Das wird mit dem Begriff "Intereffikation" beschrieben. Es ist ein Kunstwort jüngster Diskussion, eine wechselseitige Ermöglichung und Einflussnahme. Gleichzeitig sind beide Seiten gezwungen sich den kommunikativen und organisatorischen Rahmenbedingungen der jeweils anderen Seite anzupassen (Adaption).

Eine Beurteilung wo Grenzen verlaufen, ist a priori schwierig da sie nie ganz neutral von außen gesehen werden können (es gibt nicht "die eine" Wirklichkeit). Allgemein formuliert sind für mich immer dort Grenzen zu setzen, wo es die Freiheit des Anderen einschränkt. Im Falle der PR gegenüber dem Journalismus überall dort, wo es in den Berufsethos des Journalisten - unabhängige Berichterstattung - eingreift. Als Ausgangsbasis für eine gute Zusammenarbeit sind auf dem PR-Tag 2004 von der prva die Do's and Don'ts zwischen PR und Journalismus erörtert und kurz in den "Sieben Goldene Regeln der Zusammenarbeit" zusammengefasst worden (www.prva.at).

Ich habe im Folgenden drei Beispiele ausgesucht und versucht Grenzen zu erkennen.
  • Pharmafirma richtet Kongress aus und bezahlt Wissenschaftsjournalist, der in einer Redaktion eines Magazins arbeitet, Reise und Kongress
Die Pharmafirma erwartet eine Gegenleistung durch einen Bericht und versucht damit aus wirtschaftlichem Interesse sich in den redaktionellen Teil eines Mediums einzukaufen um sich teure Inserate zu ersparen. Hier ist Offenheit – sprich Deklaration gefragt – und das Wissen der Medien um solche Strategien, Stichwort "bezahlter Beitrag". Weiters könnte aber auch Macht auf den Journalismus ausgeübt werden, indem die Pharmafirma der Redaktion diese Deklaration untersagt, ja sogar droht, keine Inserate mehr zu schalten. Das wäre bewusste Einflussnahme und Schleichwerbung, die Grenze, wie weit Pressearbeit gehen darf, eindeutig überschritten.
  • Doppeltätigkeit: freier Journalist und PR-Arbeit für eine Organisation in einer Person
Durch die unterschiedlichen Auftraggeberinteressen kann es zu Interessenskonflikten kommen, dem durch professionelles Arbeiten entgegengewirkt werden kann. Ist z.B. jemand für eine Organisation tätig, kann er nicht gleichzeitig kritisch als Journalist über dasselbe Thema schreiben. Hier muss meiner Meinung nach jeder selber Profi genug sein um sich selbst Grenzen und Richtlinien zu setzen. Als freier Arbeitnehmer ist es legitim mehrere Jobs anzunehmen. Hier kommt die Persönlichkeit und damit professionelles Umgehen besonderer Stellenwert zu. In der Rolle des PR-Profis sieht er Information einer Organisation als eine Rohstoffquelle für Journalisten und in der Rolle als Journalist bedient er sich bewusst aus mehreren Quellen.
  • Nutzen-Schadensrechung für das Unternehmen
Ein Unternehmen stellt aufgrund einer drohenden Negativberichterstattung bewusst positive Meldungen zur Verfügung um vom Thema abzulenken. Aus Sicht der PR-Leute mag so eine Geheimhaltungsstrategie vertretbar sein, wenn es einen Schaden für die Organisation abwenden kann. Aus Sicht des Journalisten oder der „Öffentlichkeit“ wurde hier schon manipuliert und inszeniert. Dieses Beispiel ist sicher ein Streitfall, wenn auch Praxis. Hier müsste man alle Umwelten eines realen Falles (welche Organisation, welche Öffentlichkeiten, Politik, etc.) zur Grenzdefinition miteinbeziehen.




Dieses Thema wurde im Rahmen des PR+plus Studiumserarbeitet.

Journalismus und PR – Ein Spannungsfeld?

62 Frauen (2/3 PR Frauen, 1/3 Journalistinnen) diskutierten unter dem Titel "PR – Bittsteller, Partner oder Entlastung der Redaktionen?" im Rahmen des 8. Österreichischer Journalistinnenkongresses. Gegenseitige Erwartungen, Ärgernisse und Arbeitsweisen wurden diskutiert, Vorstellungen und Erwartungen konkretisiert.
Einige Punkte können allgemein festgehalten werden, Unterschiedliche Einstellungen gab es je nach Arbeitsweise bei "Fotos", "Belegexemplar" und Umgang mit Presseaussendungen.
Fazit des Workshops: Persönliche Kontakte aufbauen und pflegen – Vertrauensverhältnis herstellen.

Vorstellungen und Erwartungen der Journalistinnen an die PR
  • Informationen dann wenn das Medium erscheint (Faktor Timing)
  • Zuschnitt auf das Medium
  • Orientierung am Tagesrhythmus
  • Pressemitteilungen: Der Betreff und die ersten Zeilen sind das Wichtigste
  • Nachtelefonieren wurde als besonders störend empfunden
Vorstellungen und Erwartungen der PR an Journalistinnen
  • Ausfindigmachen der jeweiligen Journalistinnen oft sehr schwierig (viele freie, keine Angaben der Medien) – Verweis auf das Pressehandbuch, Aufruf an die Medien, eine Liste der aktuellen Redakteur/innen online zu stellen.
  • Belegexemplar wäre wünschenswert, besonders dann wenn kein fixer Termin des Artikels zugesagt werden kann.
Eine gute Übersicht über Do's and Don'ts im Umgang mit Journalisten gibts in der Zusammenfassung des 24. PR Tages der PRVA )Sieben Goldene Regeln (PDF)

In der Rubrik Bleistiftasyl ein Aufsatz über Grenzen zwischen PR und Journalismus.

Donnerstag, 23. März 2006

Neue Life Science Studie online

Life Science - Standort Wien im Vergleich

Die Bestandsaufnahme zeigt wie und in welchen Bereichen sich Wien, Niederösterreich und Burgenland als Life Science Standort positionieren.

Eckpunkte
Starke Gründungsdynamik, die rote Biotechnologie dominiert, Wien ist kein Produktionsstandort für pharmazeutische Produkte, Wien als Standort für LIfe Science Unternehmen ist noch nicht nachhaltig abgesichert.

Förderangebote
Das zweite Ziel der Studie war es die bisherigen Erfahrungen mit dem etablierten Förder- und Unterstützungsangebot nachzuzeichnen. Forschergruppen und Unternehmen wurden dazu eingehend befragt. Stärken und Schwächen so aufgezeigt und Lösungsansätze herausgearbeitet.
Die "Vienna Region" wurde weiters mit Medicon Valley(Dänemark/Schweden), München und Irland verglichen.

Wo gibts die Studie?
Diese Studie ist im Auftrag der Stadt Wien (MA27) von Technopolis Forschungs und Beratungsgesellschaft mbH. erstellt worden und kann unter
Downloads heruntergeladen werden.

Weitere Anfragen bei
leonhard.joerg@technolpolis-group.com>

Medienresonanz:

WWFF leider wurde diese Seite bereits gelöscht (okt 06)
Ernst&Young leider wurde diese Seite bereits gelöscht (07)
SPÖ Wien leider wurde diese Seite bereits gelöscht (okt 06)
Wien International.at

Dienstag, 21. März 2006

Berlin

... oder "Die Mauer ist weg doch jetzt leben die Steine" (Klaus Hoffmann)

Vier Tage Berlin, das sind vier Tage voller Eindrücke. Baustellen wechseln mit Neuem und Altem, Renoviertem und Ruinen. Die Stadt lebt, wenn auch am sichtbarsten in Mitte. Rundherum, oder besser gesagt nördlich und südlich ist die Vergangenheit deutlich erkennbar und das wird wohl noch ein Weilchen dauern.

Steine und Menschen verändern sich nur langsam.

Gemütliche Ecken findet man immer wieder in der Stadt. Klar, Prenzlauer Berg, urige Geschäfte und Lokale überall. Es boomt, vielleicht etwas zu heftig, aber lassen wir's boomen - eine "Mariahilferstraße" zum Fortgehen ist schon was.

Das Technische Museum, über dem ein Rosinenbomber schwebt. Gute Idee, wenn auch der Neubau an sich innen nicht wirklich als Museum taugt. Gute Idee auch die Natur, die sich den Anhalterbahnhof einverleibt hat, ins Museum miteinzubeziehen.
-- Lebende Steine --

Der Potsdamer Platz, vor fünf Jahren noch rundum alleine - wirkte aus der Ferne. Er ist auch in die Jahre gekommen, wirkt nicht mehr so frisch, rundum wird gebaut - das nimmt viel von der Einzigartigkeit, verschwindet im Steinmeer. Der übriggebliebene Überwachungsturm ist auch schon wieder umgesiedelt worden. Kriegt denn der nie seine letzte Ruhe?

Berlin1

Ampelmännchen gibt es in neuerer Version auch im ehemal. Westen. Versuche, die Stadt zu vereinheitlichen, die Grenzen verschwimmen zu lassen. Damit tut sich Berlin nur manchmal leicht - und den Besuchern keinen Gefallen.
Orientierungslos ist der neue Berlin-Besucher wenn er auf den Mauerspuren wandeln will. Wenige Hinweise, ratlose Gesichter mit Stadtplan in der Hand.
Die Gedenkstätte Bernauerstrasse ist nur mit "gehn wir mal der Nase nach" zu finden.
Was man sieht: Eine kahle, weiß-graue Mauer. Dazu erklärt die Stadtführerin "Wir sind bemüht die Mauer im Zustand des Erbauens zu belassen und waschen immer wieder das Graffitti herunter".

Was wäre eigentlich gewesen wenn man die 42km damals auch immer wieder abgewaschen hätte?
Das gehört doch zur Geschichte der Mauer dazu, warum diese "Verschönschlimmerung"?

Doch etwas Neues, seit meinem letzten Besuch vor fünf Jahren gibt es: Es gibt Bücher - vorher-nachher, Stadtpläne und Dokumentationen, immerhin - obwohl- ich kenns ja auch "vorher"...

und eigentlich kann man sagen: "Berlin tut gut"
Diesen Slogan gabs schon mal, allerdings zur falschen Zeit...
(Berlin Tourismus, Kommentar dazu von Reinhard Mey" im Lied "Berlin tut weh") Waren sie der Zeit voraus?

Anmerkung in eigener Sache

Ich distanziere mich ausdrücklich vor oben eingeblendener Werbeeinschaltung, die twoday.net allen Lesern, die durch Google hierher gefunden haben, aufs Auge drückt.

Woher und Wohin....

kostenloser Counter


Bilder
Bleistiftasyl
Dies und das
Katzen
Kommentare
Musik
Nachrichten
Reise
Trackbacks
Veranstaltungen
Wissenschaft allgemein
Zitate
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren